SOGAR DRUMCASES IN STACCATO-FORM wurden produziert...sehen klasse aus und schützen das Kit – machen aber das handling auch nicht gerade einfacher. Jetzt muss der Drummer zwei Möbelpacker engagieren, um sein Schlagzeug in den 12-Tonner zu bekommen. Unten das "Ständer-Kabinett des Grauens": Die gefürchtete Staccato-Hardware, die alles ausser "hard" ist und jeden Drummer zur Verzweiflung bringt. Die Fussmaschine sieht ebenfalls so aus, als würde sie bei geringster Berührung in 1000 Teile zerfallen. (Ich habe die auch noch nie gesehen). Die Staccato-Metallsnare soll übrigens nicht der Rede wert sein.
ANZEIGE 1977: "Roll on Staccato´s Future in Sound - tomorrow´s Drum today“. So wird die britische Fiberglas-Revolution in einer Anzeige angekündigt: Eine in Nebel gehüllte, weisse amorphe Formstudie, die nur entfernt an ein Schlagzeug erinnert. 1/1 Seite
DER ERSTE DRUMMER IM ALL: 1979 entledigte man sich des britischen understatements: "A giant leap in Drum-Design" - versprachen die Marketingkommunikanten vollmundig und transferierten Armstrongs berühmtes Zitat in die Kesselwelt. Dazu setzten sie einen NASA-Astronaut an ein giftgelbes Staccato und montierten das ganze auf eine hügelige Mondlandschaft. Geniestreich oder Grössenwahnsinn, Provokation gegen die US-Konkurrenten "North" oder einfach nur eine innovative Idee? Egal! Das "Staccato-Fortissimo" war da! Das mit angrenzender Wahrscheinlichkeit "spacigste" Schlagzeug, das jemals gebaut wurde.
BUBBLEGUM STATT APOLLO 11: Im Innenteil haben die Grafiker das "NASA-Konzept" anscheinend vergessen. Bis auf den Namen: Jetzt erinnert der Name des 6-piece-Sets ("Super 6"), nicht mehr an "Kondome", "Mottenkugeln" und "Lottogemeinschaft". Drumming ist eine "Mission" - "Weck den Explorer in Dir!". Der Name: "VOYAGER 6" (Nachteil: Das konnten die meisten Drummer nicht aussprechen)
LOLLYPOP: Der kommende 80er Zeitgeist schimmerte bereits 1979 durch: Der Versuch mit 80´er Pastellfarben mehr Farbe ins Spiel zu bringen, sollte nichts nutzen: Schwarz, weiss, gelb und rot waren die Lieblingsfarben.
WELTRAUM-MISSION BEENDET: 1982 landete man wieder auf der Erde. Statt Space- und Future-Elementen kam man zurück zur schlichten Eleganz und Drum-Design: Staccato - made in Canada! Klare Zeichen, wenig Worte! Keine langen Beschreibungen mehr - nur noch Bildsprache: Schwarz und weiss! Der Stil kommt zurück. Rechts: Eine französische Staccato-Anzeige.
LOGO 1 - 1977 (England): Das Zeichen war da, die Nierenform spitz, das Logo noch "handmade".
LOGO 2 - 1978-1982 (England): Das bekannteste Staccato-Logo mit der Niere. Fonts: Dom Casual und Helvetica.
ANZEIGE 1977: "Roll on Staccato´s Future in Sound - tomorrow´s Drum today“. So wird die britische Fiberglas-Revolution in einer Anzeige angekündigt: Eine in Nebel gehüllte, weisse amorphe Formstudie, die nur entfernt an ein Schlagzeug erinnert. 1/1 Seite
LOGO 3 - 1982-1984 (Kanada) Neben den neuen Ayotte-Lugs wurde auch die Optik verändert. Man entschloss sich zu futuristischeren Grotesk-Fonts. Die Toms der letzten Serie zierte übrigens dieses Signum als Metallemblem.
Brief von 1979 (Adresse England) mit der Signatur von John E. Marshall sowie eine Preisliste ( Kanada) von 1982.
THIS IS THE END...Sommer 1982 - What happened to Staccato? Letztes Aufbäumen bei Staccato in Kanada. Die Kits waren teuer und unpraktisch - die Japaner überrollten den Schlagzeugmarkt mit technisch hochwertigen Kits. Die "alte Welt" bekam plötzlich gigantische Konkurrenz - und die kleinen Companys und Exoten bekamen das ganz besonders zu spüren: Viele hatten Probleme mit der gewaltigen Lautstärke. Auch die einst gefeierte kompromisslose 70´s Optik war in den 80ern überhaupt nicht mehr angesagt. Man entschloss sich zu einer Fiberglasserie mit "normaler" Optik - der "Thundertouch" bzw. "Thundercommand". Fener mixte man diese Serie mit den Ur-Staccatos, nannte das ganze "Matched Kits" - und das kommunikative Chaos war perfekt. Doch damit nicht genug: Staccato erweiterte das Sortiment mit Marching-Drums, den "Warrior Percussion Sets". Von Produktpolitik bzw. 70´s Style-Philosophie war nichts mehr geblieben. Der lieblos und grafisch wie fotografisch grauenvoll und dilletantisch gestaltete "Staccato-Report" vom Sommer 1982 dokumentiert die Ratlosigkeit, das skurrille Designer-Produkt entsprechend zu positionieren....das Ende von Staccato war nur noch eine Frage der Zeit.